
Tagebuch · 2013
Arbeit und Struktur
Wolfgang Herrndorf
Das Klarste, was je ein Sterbender geschrieben hat — und gegen jede Erwartung eines der lebendigsten Bücher überhaupt.
Für wen?
Für alle, die sich trauen. Das klingt pathetisch, ist aber wörtlich gemeint: Es geht ums Sterben, von der ersten Seite an. Wer das aushält, bekommt kein trauriges Buch, sondern ein wahnsinnig waches — über Arbeit, Freundschaft und die Frage, was zählt, wenn die Zeit endlich ist.
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2010 bekommt Wolfgang Herrndorf die Diagnose: ein bösartiger Hirntumor. Er beginnt ein digitales Tagebuch, zuerst nur für Freunde, später öffentlich. „Arbeit und Struktur" ist dieses Tagebuch — als Buch erschienen 2013, nach seinem Tod.
Was daran ins Mark geht, ist nicht das Sterben. Es ist die Klarheit. Herrndorf schreibt ohne Selbstmitleid, ohne Trost-Kitsch, mit einem Humor, der einen an den unmöglichsten Stellen erwischt. Er dokumentiert Klinikalltag und Panik, aber eben auch: Badeseen, Freunde, Streit über Bücher — und Arbeit. In diesen Jahren schreibt er „Tschick" und „Sand", als hätte die Diagnose alles Unwichtige weggebrannt.
Genau das macht das Buch so paradox lebensbejahend: Man liest einem Mann beim Sterben zu und bekommt eine Anleitung zum Leben. Nichts daran ist erbaulich gemeint — und gerade deshalb funktioniert es.
Ich verspreche nichts Falsches: Dieses Buch tut weh. Aber es gehört zum Klarsten und Besten, was in diesem Jahrhundert auf Deutsch geschrieben wurde. Man beendet es anders, als man es angefangen hat.
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- Rowohlt Berlin
- ISBN
- 978-3-87134-781-8
- Erstausgabe
- 2013
- Genre
- Tagebuch
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