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Genre

Klassiker

12 Rezensionen

Klassiker heißt hier nicht Schullektüre, sondern: Das Buch hat überlebt, weil es weh tut. Bücher aus mehreren Jahrzehnten, die man heute liest und merkt, dass sich erschreckend wenig geändert hat. Wer bei „Klassiker" an Ehrfurcht und Fußnoten denkt, wird hier angenehm enttäuscht: Diese Titel sind kurz, direkt und meist unangenehmer, als ihr Ruf vermuten lässt.

Buchcover: Der Trinker von Hans Fallada

Der Trinker

Hans Fallada

Der ehrlichste Roman über den Absturz, den die deutsche Literatur hat — geschrieben von einem, der genau wusste, wovon er redet.

Buchcover: Holzfällen. Eine Erregung von Thomas Bernhard

Holzfällen. Eine Erregung

Thomas Bernhard

Die giftigste Abrechnung mit dem Kulturbetrieb, die es auf Deutsch gibt — ein einziger Wutstrom, der nach vierzig Jahren noch ätzt.

Buchcover: Letzte Ausfahrt Brooklyn von Hubert Selby Jr.

Letzte Ausfahrt Brooklyn

Hubert Selby Jr.

Härte ohne Netz und doppelten Boden — das Buch, das der Nachkriegsliteratur gezeigt hat, was sie nicht sehen wollte.

Buchcover: Das große Heft von Ágota Kristóf

Das große Heft

Ágota Kristóf

Die kargste Sprache der Nachkriegsmoderne: kurze Sätze, keine Gefühle — und genau deshalb trifft jeder einzelne wie ein Schlag.

Buchcover: Die Glasglocke von Sylvia Plath

Die Glasglocke

Sylvia Plath

Der berühmteste Roman über eine Depression ist in Wahrheit ein bitterböses, glasklares Buch über eine Welt, die einer begabten jungen Frau genau eine Zukunft anbietet — und sich dann wundert.

Buchcover: Der Mann mit der Ledertasche von Charles Bukowski

Der Mann mit der Ledertasche

Charles Bukowski

Der Urtext aller Bücher über sinnentleerte Lohnarbeit — dreckig, faul, frauenfeindlich erzählt, und trotzdem seit über fünfzig Jahren nicht totzukriegen, weil jeder Satz sitzt.

Buchcover: Die Wand von Marlen Haushofer

Die Wand

Marlen Haushofer

Der beste Trick der österreichischen Nachkriegsliteratur: sieht aus wie Endzeit-Fantastik und seziert in Wahrheit, was von einem Menschen bleibt, wenn niemand mehr zuschaut.

Buchcover: Kindheit von Tove Ditlevsen

Kindheit

Tove Ditlevsen

Ein schmales Buch von 1967, das klarer, härter und moderner erzählt als das meiste, was heute als Autofiktion gefeiert wird.

Buchcover: Rohstoff von Jörg Fauser

Rohstoff

Jörg Fauser

Der deutsche Underground-Roman, an dem sich der Literaturbetrieb blamiert hat — und der ihn überlebt hat.

Buchcover: Roman eines Schicksallosen von Imre Kertész

Roman eines Schicksallosen

Imre Kertész

Das eine Buch über Auschwitz, das man gelesen haben muss — gerade weil es sich jede Träne, jedes Pathos und jede Deutung verkneift.

Buchcover: Kindheitsmuster von Christa Wolf

Kindheitsmuster

Christa Wolf

Das ehrlichste deutsche Buch über die Frage, wie aus normalen Kindern Mitläufer werden: langsam, schwer und jede einzelne Seite wert.

Buchcover: Der große Augenblick von Clarice Lispector

Der große Augenblick

Clarice Lispector

125 Seiten über eine arme Schreibkraft in Rio, und nebenbei die klügste Antwort auf die Frage, wer über Arme überhaupt erzählen darf.