
Klassiker · 1986
Das große Heft
Ágota Kristóf
Die kargste Sprache der Nachkriegsmoderne: kurze Sätze, keine Gefühle — und genau deshalb trifft jeder einzelne wie ein Schlag.
Für wen?
Für alle, die glauben, große Literatur brauche große Worte — dieses Buch beweist das Gegenteil in Rekordzeit. Nichts für Leser, die Kinder in Büchern niedlich brauchen; diese hier sind es nicht.
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Bei Amazon ansehen →Die Rezension
Zwei Brüder, Zwillinge, werden im Krieg aufs Land zur Großmutter gebracht. Um zu überleben, trainieren sie sich systematisch alles ab, was weich macht — und schreiben auf, was geschieht. In ein großes Heft. Ihre einzige Regel: Nur was wahr ist, darf hinein. Keine Gefühle, keine Wertungen, keine Ausschmückung.
Aus dieser Regel macht Kristóf ihre Form: Hauptsätze, Präsens, kein Wort zu viel. Was die Sätze auslassen, muss der Leser selbst fühlen — und genau das macht dieses schmale Buch so brutal. Es zwingt einen, all das zu empfinden, was der Text verweigert.
Kristóf wusste, wovon sie erzählte: 1956 floh sie aus Ungarn und schrieb später in einer Fremdsprache, auf Französisch — vielleicht kommt daher diese Sprache, der jedes überflüssige Ornament fehlt. Das Ergebnis ist einer der härtesten Antikriegsromane überhaupt, ohne eine einzige Schlachtszene.
Man liest das Buch an einem Nachmittag. Man wird es Jahre nicht los. Mehr kann Literatur nicht.
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- Piper
- ISBN
- 978-3-492-30433-7
- Erstausgabe
- 1986
- Genre
- Klassiker
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