
Klassiker · 1950
Der Trinker
Hans Fallada
Der ehrlichste Roman über den Absturz, den die deutsche Literatur hat — geschrieben von einem, der genau wusste, wovon er redet.
Für wen?
Für alle, die wissen wollen, wie leise eine Katastrophe anfängt — nicht mit einem Knall, sondern mit einem Glas. Wer beim Lesen Trost oder ein Happy End braucht, sollte woanders hinschauen; wer Wahrheit aushält, bekommt hier eine der stärksten Dosen überhaupt.
Anzeige · Amazon-Partnerlink
Bei Amazon ansehen →Die Rezension
Es gibt Bücher über das Trinken, die von außen draufschauen — mahnend, moralisch, mit sicherem Abstand. Dieses ist nicht so. Fallada schrieb „Der Trinker" 1944 hinter Anstaltsmauern, heimlich, in einem fast unlesbaren Manuskript. Vielleicht ist der Roman deshalb so beklemmend nah dran: Da erfindet keiner einen Süchtigen, da schreibt einer aus dem Inneren des Strudels.
Erzählt wird der Weg eines Mannes, der alles hat und es Schluck für Schluck verliert — und das Perfide ist, wie plausibel jeder einzelne Schritt wirkt. Man liest und denkt ständig: Halt, hier könntest du noch umkehren. Er kehrt nicht um. Und man versteht sogar, warum.
Fallada erzählt das ohne Zeigefinger, ohne Kitsch, in einer klaren, fast gemütlichen Sprache, die den Abgrund nur umso tiefer macht. Genau diese Fallhöhe zwischen Ton und Inhalt macht das Buch so gut — und so schwer wieder loszuwerden.
Ein Klassiker, der nichts Museales hat. Wer ihn liest, schaut danach anders auf den Satz „Ein Glas geht noch". Versprochen.
Anzeige · Amazon-Partnerlink
Bei Amazon ansehen →- Verlag
- Anaconda
- ISBN
- 978-3-7306-0601-8
- Erstausgabe
- 1950
- Genre
- Klassiker
Passt dazu

Das große Heft
Ágota Kristóf
Die kargste Sprache der Nachkriegsmoderne: kurze Sätze, keine Gefühle — und genau deshalb trifft jeder einzelne wie ein Schlag.

Holzfällen. Eine Erregung
Thomas Bernhard
Die giftigste Abrechnung mit dem Kulturbetrieb, die es auf Deutsch gibt — ein einziger Wutstrom, der nach vierzig Jahren noch ätzt.

Letzte Ausfahrt Brooklyn
Hubert Selby Jr.
Härte ohne Netz und doppelten Boden — das Buch, das der Nachkriegsliteratur gezeigt hat, was sie nicht sehen wollte.