
Klassiker · 1964
Letzte Ausfahrt Brooklyn
Hubert Selby Jr.
Härte ohne Netz und doppelten Boden — das Buch, das der Nachkriegsliteratur gezeigt hat, was sie nicht sehen wollte.
Für wen?
Für Leser, die Literatur nicht als Wellness verstehen. Hier gibt es Gewalt, Elend und keine Erlösung — wer das aushält, bekommt eines der ehrlichsten Bücher über das Amerika ganz unten. Wer nach Falladas „Trinker" erst mal durchatmen musste, sollte hier zweimal überlegen.
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Es gibt Bücher, die provozieren wollen, und Bücher, die einfach nicht wegsehen können. Selbys Erzählungen aus dem Brooklyn der Nachkriegsjahre gehören zur zweiten Sorte — und genau deshalb trafen sie 1964 härter als jede kalkulierte Provokation. In England kam das Buch wegen Obszönität vor Gericht. Heute liest man es als das, was es immer war: große Literatur.
Selby schreibt über Menschen am Rand — Hafenarbeiter, Strichjungen, Prostituierte, Gestrandete — und er schreibt über sie ohne Mitleidston und ohne moralischen Kommentar. Die Sprache rennt, hetzt, pfeift auf Konventionen; man hört die Figuren mehr, als dass man sie liest.
Das ist keine angenehme Lektüre, und sie will es keine Sekunde sein. Aber sie hat etwas, das den meisten harten Büchern fehlt: Bei Selby ist die Härte nie Pose. Hinter jeder Grausamkeit steht eine Verzweiflung, hinter jeder Verzweiflung ein Mensch — und dass man das spürt, ohne dass der Autor es einem erklärt, ist die eigentliche Kunst.
Ein Buch wie ein Schlag in den Magen. Man erholt sich wieder. Aber man vergisst es nicht.
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- Rowohlt
- ISBN
- 978-3-499-11469-4
- Erstausgabe
- 1964
- Genre
- Klassiker
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