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Buchcover: Holzfällen. Eine Erregung von Thomas Bernhard

Klassiker · 1984

Holzfällen. Eine Erregung

Thomas Bernhard

Die giftigste Abrechnung mit dem Kulturbetrieb, die es auf Deutsch gibt — ein einziger Wutstrom, der nach vierzig Jahren noch ätzt.

Für wen?

Für alle, die je auf einer Feier saßen und dachten: Was mache ich hier eigentlich unter diesen Leuten. Wer Handlung, Kapitel und ein versöhnliches Ende braucht, wird hier wahnsinnig — wer sich in einen Sog ziehen lassen kann, findet eines der bösesten und komischsten Bücher der Literatur.

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Die Rezension

Ein Mann sitzt im Ohrensessel, ein „künstlerisches Abendessen" in Wien, man wartet auf einen Burgschauspieler. Das ist, von außen betrachtet, alles. Innen tobt der Krieg: Bernhards Erzähler fällt in Gedanken über die versammelte Kunstgesellschaft her — über Eitelkeit, Heuchelei, verratene Ideale und, das macht das Buch groß, immer wieder auch über sich selbst.

Es gibt keine Absätze, kein Durchatmen. Die Sätze kreisen, wiederholen sich, schrauben sich hoch wie eine Erregung — genau so heißt der Untertitel, und er ist Programm. Man braucht ein paar Seiten, um in den Rhythmus zu kommen. Dann hat er einen, und man liest das Buch in zwei Abenden durch.

Als „Holzfällen" 1984 erschien, gab es einen handfesten Skandal: Ein Wiener Bekannter Bernhards erkannte sich wieder, klagte, das Buch wurde in Österreich zeitweise beschlagnahmt. Einen besseren Beweis, dass Bernhard getroffen hat, gibt es nicht.

Das Erstaunlichste aber: Man lacht. Laut, mehrfach, gegen den eigenen Willen. Hass, so perfekt geformt, kippt in Komik. Wer den Kulturbetrieb kennt — irgendeinen Kulturbetrieb —, liest hier die endgültige Abrechnung.

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Verlag
Suhrkamp
ISBN
978-3-518-38023-9
Erstausgabe
1984
Genre
Klassiker