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Buchcover: Das Ende von Eddy von Édouard Louis

Autofiktion · 2014

Das Ende von Eddy

Édouard Louis

Gewalt, Armut, Scham — erzählt von einem, der da rausgekommen ist und nichts vergessen hat. Wuchtig, wütend, politisch.

Für wen?

Für alle, die wissen wollen, wie sich Klasse anfühlt, wenn man drinsteckt — und was es kostet, nicht so zu sein wie die anderen. Wer autobiografisches Schreiben für Nabelschau hält, wird hier eines Besseren belehrt: Das ist Nabelschau als Gesellschaftsanalyse.

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Die Rezension

Eddy Bellegueule wächst in einem nordfranzösischen Dorf auf: Armut, Alkohol, Fabrikarbeit und ein Männlichkeitsbild wie eine Betonwand. Eddy ist anders — zu weich, zu schwul, falsch — und das Dorf lässt es ihn spüren. Jeden Tag, mit Fäusten und mit Verachtung.

Édouard Louis erzählt hier seine eigene Kindheit, und er war Anfang zwanzig, als das Buch 2014 erschien und in Frankreich einschlug. Das Erstaunliche: Es ist kein Abrechnungsbuch geworden. Louis verachtet die Menschen nicht, die ihn gequält haben — er seziert die Verhältnisse, die sie so gemacht haben. Die Gewalt der Armut kommt vor der Gewalt der Fäuste; das ist die These, und sie sitzt.

Die Sprache wechselt zwischen nüchterner Analyse und Passagen von brutaler Direktheit — manche Seiten liest man mit zusammengebissenen Zähnen. Aber genau das ist der Punkt: Louis will nicht, dass man mitfühlt und weiterblättert. Er will, dass man versteht.

Eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre über Klasse und Scham. Und eines, das man nicht neutral zuklappt.

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Verlag
S. Fischer
ISBN
978-3-596-03243-3
Erstausgabe
2014
Genre
Autofiktion