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Buchcover: King Kong Theorie von Virginie Despentes

Cover: © Kiepenheuer & Witsch

Essay · 2006

King Kong Theorie

Virginie Despentes

Das wütendste feministische Buch der letzten zwanzig Jahre: 160 Seiten Punk statt Theorieseminar, und fast jeder Satz sitzt.

Für wen?

Für alle, denen die glatte, akademische Sorte Feminismus immer etwas zu vorsichtig war: Despentes schreibt von unten, aus eigener Erfahrung, ohne Schutzhandschuhe. Wer bei drastischer Sprache und unbequemen Thesen zu Gewalt, Sexarbeit und Pornografie sofort auf Abwehr schaltet, wird dieses Buch nach zwanzig Seiten weglegen. Genau diese Leute bräuchten es am dringendsten.

Die Rezension

Das hier ist kein Sachbuch im Sinne von: gesicherte Distanz, Fußnoten, ausgewogenes Fazit. Es ist ein Manifest. Despentes erzählt, was ihr selbst passiert ist, und denkt von dort aus weiter, kompromisslos und in einem Ton, der eher nach Bühne als nach Bibliothek klingt. Sie schreibt, wie sie selbst klarstellt, ausdrücklich nicht für die Gewinnerinnen des Weiblichkeitsideals, sondern für alle, die darin nie vorkamen.

Die Sätze fallen wie Fausthiebe, aber dahinter arbeitet eine präzise Beobachterin. Despentes nimmt sich genau die Themen vor, an denen Debatten sonst zerbrechen, und weigert sich dabei, die einzige Rolle zu spielen, die man ihr anbietet: das Opfer. Das ist das Verstörende und das Befreiende an diesem Buch zugleich.

Erschienen 2006 in Frankreich, ist „King Kong Theorie“ längst ein moderner Klassiker des feministischen Essays, und er hat nichts von seiner Reibung verloren. Man muss keine einzige These unterschreiben. Aber man kommt nicht raus, ohne selbst Position zu beziehen, und genau das ist der Punkt.

Ein Abend Lesezeit, viele Wochen Nachhall. Mehr kann ein Essay dieser Länge nicht leisten.

Verlag
Kiepenheuer & Witsch
ISBN
978-3-462-05239-8
Erstausgabe
2006
Seiten
160
Genre
Essay

Von der Ratte · Rezensiert am

Häufige Fragen

Lohnt sich „King Kong Theorie“?
Ja: 160 Seiten Punk statt Theorieseminar, und fast jeder Satz sitzt. Man muss keine These unterschreiben, aber man kommt nicht raus, ohne Position zu beziehen.
Für wen ist „King Kong Theorie“ geeignet?
Für alle, denen die glatte, akademische Sorte Feminismus immer etwas zu vorsichtig war. Wer bei drastischer Sprache sofort auf Abwehr schaltet, legt es nach zwanzig Seiten weg.
Ist „King Kong Theorie“ ein Sachbuch?
Eher ein Manifest. Despentes erzählt, was ihr selbst passiert ist, und denkt von dort aus weiter, in einem Ton, der eher nach Bühne als nach Bibliothek klingt.
Wie lange braucht man für das Buch?
Ein Abend Lesezeit, viele Wochen Nachhall. Erschienen 2006 in Frankreich, längst ein moderner Klassiker des feministischen Essays.